
Wichtige wirtschaftliche Ereignisse und Unternehmensberichte für Samstag, den 10. Januar 2026. Überblick über die globalen Märkte, Makroökonomie und börsennotierte Unternehmen in den USA, Europa, Asien und Russland. Worauf Investoren achten sollten.
Samstag, der 10. Januar – traditionell ein Feiertag an den globalen Börsen. Zu Jahresbeginn 2026 zeigen die wichtigsten Indizes in den USA, Europa und Asien eine positive Dynamik: Der S&P 500 ist in der ersten Woche um etwa 1% gestiegen, und die Investoren erwarten bald den Beginn der Berichtssaison sowie wichtige Makrodaten. Zu den bemerkenswerten Ereignissen des Tages gehört die Veröffentlichung des Quartalsberichts des indischen Einzelhändlers DMart (Avenue Supermarts). Ansonsten orientieren sich die Märkte an fundamentalen Trends: der Situation auf dem US-Arbeitsmarkt, der Inflation in der globalen Wirtschaft und den Perspektiven der Geldpolitik der Zentralbanken.
USA: Arbeitsmarkt und Inflation
- Für den Dezember wird erwartet, dass in den USA etwa 60.000 Arbeitsplätze geschaffen werden und die Arbeitslosenquote auf 4,5% sinkt. Diese Daten spiegeln den „no hire, no fire“-Modus auf dem Arbeitsmarkt wider und stärken das Vertrauen in eine Pause der Fed bei Zinserhöhungen.
- Das Wachstum des durchschnittlichen Stundenlohns verlangsamt sich, was den Inflationsdruck verringert. Dennoch beobachten die Investoren aufmerksam den Verbraucherpreisindex (CPI) und die Kerninflation für Dezember, die Anfang nächster Woche veröffentlicht werden und wichtige Impulsgeber für den Dollar und die Renditen darstellen werden.
- Die US-Aktienindizes setzen ihren Aufwärtstrend fort: Der S&P 500 nähert sich neuen Rekorden. Unterstützung erhält der Markt durch optimistische Unternehmensgewinne und eine lockere Geldpolitik. Ein abruptes Anziehen der Renditen könnte jedoch eine Korrektur im Technologiesektor auslösen und die Finanzierungskosten erhöhen.
Asien: China und Japan
- China: Laut einer Teilumfrage von S&P Global ist der Index der Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor Chinas im Dezember auf 52,0 gefallen (sechs-Monats-Tief). Ein schwacher Anstieg der Inlandsnachfrage und ein Rückgang der Exportbestellungen steigern die Risiken einer Deflation, was die Erwartungen an neue Anreize der Volksbank Chinas verstärkt. Dies belastet die globalen Rohstoffpreise und die Schwellenländer.
- Japan: Die realen Einkommen der Bevölkerung sind im November um 2,8% im Jahresvergleich gesunken – der stärkste Rückgang seit einem Jahr. Die Abschwächung wird durch einen starken Rückgang der Einmalboni erklärt; das nominale Lohnwachstum betrug nur etwa 0,5%. Gleichzeitig liegt die jährliche Inflation in Japan bei 3,3%, was deutlich über dem Wachstum der Einkommen liegt. Diese Dynamik bremst die Verbraucherausgaben und zwingt die Bank von Japan, sich auf eine schrittweise Straffung der Politik vorzubereiten.
Europa: Deutschland und die Eurozone
- Deutschland: Ein unerwarteter Rückgang der Exporte im November um 2,5% im Jahresvergleich signalisiert die anhaltende Schwäche der externen Nachfrage. Der Rückgang ist auf den Rückgang der Ausfuhren in die EU und die USA zurückzuführen. Andererseits ist die Industrieproduktion im November um 0,8% gestiegen – der dritte monatliche Anstieg in Folge. Dies deutet auf den Beginn einer Stabilisierung der Inlandsnachfrage hin und möglicherweise auf eine Milderung des Rückgangs in der Industrie.
- Einfluss auf die Märkte: Positive Produktionsdaten aus Deutschland unterstützen die Aktien des Industriesektors (DAX, Euro Stoxx 50) und den Euro-Kurs. Sollten die Statistiken jedoch enttäuschen, könnten sich die Märkte in Europa wieder vorsichtig zeigen: Investoren könnten auf Anleihen und Gold umschwenken, und die Erwartungen an eine lockere Politik der EZB könnten steigen.
Unternehmensberichte: DMart und die Berichtssaison im Bankensektor
Am Samstag steht ein recht bescheidener Unternehmenskalender an – mit Ausnahme von Indien. Große Unternehmen aus den USA, Europa und Russland veröffentlichen keine Berichte. Im Fokus steht der Einzelhändler DMart (Avenue Supermarts), der die finanziellen Ergebnisse für das III. Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (Oktober-Dezember) präsentieren wird.
- Avenue Supermarts (DMart, Indien): Laut den Prognosen der Analysten wird der Umsatz des Unternehmens im Q3 2025/26 um etwa 13% im Vergleich zum Vorjahr (auf ca. ₹17.613 Crore) steigen. Es wird ein moderates Wachstum des Nettogewinns erwartet, während die operative Marge aufgrund steigender Logistik- und Handelskosten sinken wird. Investoren werden die Entwicklung der vergleichbaren Verkaufszahlen (same-store sales) und die Kommentare des Managements zur Preisgestaltung und zur Expansion des Netzes genau beobachten.
- US-Finanzsektor: In der nächsten Woche beginnt die Berichtssaison für das IV. Quartal – die größten Banken Amerikas (JP Morgan, Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs usw.) werden ihre Ergebnisse von Dienstag bis Donnerstag bekannt geben. Diese Berichte werden Aufschluss über die Kreditaktivität und den Zustand der Verbraucherausgaben in der Wirtschaft geben.
Indizes und Märkte: S&P 500, Euro Stoxx 50, Nikkei 225, MOEX
- S&P 500 (USA): Hat das Jahr mit Überzeugung begonnen und befindet sich auf historischen Höchstständen. Angesichts des erwarteten Wachstums der Unternehmensgewinne und der Unterstützung durch eine lockere Geldpolitik neigen die Investoren dazu, einen „bullischen“ Ausblick zu bewahren. Die wichtigsten Faktoren bleiben die fundamentalen Daten: Veröffentlichungen zur US-Inflation und die Ergebnisse der Banken.
- Euro Stoxx 50 (Eurozone): Legt eine Abhängigkeit vom Makrokalender an den Tag. Die Verbesserung der Industrie in Deutschland stärkt das Anlegervertrauen, doch die Verlangsamung der Exporte schafft Unsicherheit. Die Eurozone ist empfindlich gegenüber der Bewegungen der Währungen (Kurs EUR/USD) und den Entscheidungen der EZB; jegliche negativen Nachrichten aus dem Außenbereich könnten eine Korrektur der europäischen Märkte auslösen.
- Nikkei 225 (Japan): Setzt seinen Anstieg angetrieben durch den Optimismus über die Erholung der Wirtschaft und die Stärkung des Yen fort. Dennoch ist der Markt aufgrund des schwachen Wachstums der realen Einkommen und der vorsichtigen Politik der Bank von Japan fundamental eingeschränkt. Die Berichte japanischer Unternehmen, die am Ende der Woche beginnen (z. B. Yaskawa Electric), bestimmen den Ton für den lokalen Markt.
- MOEX (Russland): Orientiert sich an externen Faktoren – zunächst an den Ölpreisen und geopolitischen Risiken. Der Rubel bleibt stabil bei etwa ~100 Rub./$, und das Öl hält sich über $60/Fass. In den kommenden Tagen werden Investoren die Dynamik der Budgetölgewinne (im Januar wird der niedrigste Stand seit drei Jahren erwartet) und die Aktionen der Zentralbank gegenüber externen Schocks beobachten.
Fazit des Tages: Worauf Investoren achten sollten
- US-Arbeitsmarkt: Der Schlüsselimpuls sind die Daten zur Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Ihre Veröffentlichung wird die Dynamik der Renditen und des Dollars bestimmen. Ein geringer Anstieg der Arbeitsplätze wird das „taubenhafte“ Szenario der Fed stützen, während ein beschleunigtes Stellen- und Lohnwachstum einen Grund für „habichtartige“ Belastungen für die Aktiva darstellen wird.
- China und Rohstoffmärkte: Eine nachlassende Aktivität der Inlandsnachfrage in China bedroht den Anstieg der Rohstoffpreise. Investoren sollten auf Anzeichen von Impulsen achten, die von den Behörden in naher Zukunft angekündigt werden könnten, sowie auf den Einfluss der chinesischen Statistiken auf die Schwellenländer.
- Europa: Der Index der Industrieproduktion in Deutschland wird die Hoffnungen auf ein Wachstum in der Eurozone bestätigen oder widerlegen. Starke Daten werden dem EUR/USD helfen, sich zu stärken und die Aktien des Euro Stoxx 50 zu unterstützen, während schwache die Erwartungen an eine lockere Politik der EZB und den Anstieg von Euro-Anleihen verstärken könnten.
- Unternehmensberichte: Die Veröffentlichung der Ergebnisse von DMart wird Aufschluss über die Verbrauchernachfrage in den Schwellenmärkten geben. Im Anschluss daran kommen die Berichte der US-Banken, von denen die Bewertung der Aktiva und des Kreditzyklus abhängt. Diese Trends in den finanziellen Ergebnissen der Unternehmen werden helfen, die Portfolios zu adjustieren.
- Risikomanagement: Angesichts der bevorstehenden wichtigen Makrodaten und eines vollen Berichtskalenders wird ein Anstieg der Volatilität prognostiziert. Es wird empfohlen, im Voraus Risikoebenen festzulegen, das Portfolio zu diversifizieren und Absicherungsinstrumente (Währungs- und Zinsderivate) zum Schutz der Ersparnisse zu nutzen.