
Übersicht über wirtschaftliche Ereignisse und Unternehmensberichte am 26. Juli 2026: Börsen geschlossen, aber die Agenda der Woche steht bereits — Entscheidung der Fed, Sitzung der Bank von Japan, Quartalsergebnisse von Microsoft, Meta, Apple, Amazon, Shell und Rio Tinto sowie die Reaktion des MosBirzha-Index auf die Senkung des Leitzinses der Bank von Russland
Sonntag, 26. Juli 2026 — ein tag ohne Handel und ohne makroökonomische Statistiken. Die globalen Märkte sind geschlossen, der wirtschaftliche Kalender ist leer und in Russland wird der Tag der Marine gefeiert. Für den Investor ist dies jedoch keine Pause, sondern ein Fenster für die Vorbereitung: Die nächste Woche wird eine der ereignisreichsten des Jahres. Wirtschaftliche Ereignisse und Unternehmensberichte vom 27. bis 31. Juli umfassen die Zinssatzentscheidung der Fed, die Sitzung der Bank von Japan, die Veröffentlichung des BIP der USA für das zweite Quartal und des PCE-Deflators sowie die Quartalsergebnisse von Unternehmen, die einen signifikanten Teil der Marktkapitalisierung des S&P 500 ausmachen. Im Hintergrund bleibt der Konflikt um den Iran, der den Brent-Ölpreis in der Nähe dreistelliger Werte hält.
Zusammenfassung der Handelswoche auf den globalen Märkten
Die Woche endete gemischt und insgesamt negativ. Am Freitag, dem 24. Juli, gewann der S&P 500 symbolische 0,05% und schloss bei 7411,98 Punkten, der Dow Jones stieg um 0,46% auf 51.947,25, während der Nasdaq Composite um 0,64% auf 24.975,82 fiel. Über die fünf Sitzungen hinweg lagen alle drei US-Indizes im Minus, wobei der Nasdaq etwa 2% verlor.
- Der Hauptschock der Woche — der Ausverkauf am Donnerstag, als die Gruppe „Die fantastischen Sieben“ insgesamt etwa 800 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung verlor.
- Alphabet verlor etwa 7%, Tesla 14%: Beide Unternehmen zeigten einen negativen freien Cashflow für das Quartal bei stark gestiegenen Investitionen in KI-Infrastruktur.
- Intel verlor fast 8% am Freitag, trotz besser als erwarteter Berichterstattung — der Markt bestraft Ausgaben, nicht Umsatz.
- Apple dagegen legte etwa 3,5% zu und unterstützte den Dow, indem es Anfang Juli historische Höchststände erreichte.
Allerdings verläuft die Berichtssaison stark: Von den ersten 95 Unternehmen des S&P 500, die berichtet haben, übertrafen etwa 88% die Gewinnprognosen. Die Diskrepanz zwischen guten Zahlen und schwacher Reaktion der Kurse ist ein entscheidendes Signal für Investoren: Der Markt bewertet nicht den Gewinn, sondern die Investitionsausgaben neu.
Öl, Gas und Gold: Geopolitische Prämien in den Preisen
Die Rohstoffmärkte bleiben der Hauptkanal für die Übertragung geopolitischer Risiken in die Weltwirtschaft. Am Freitag fiel der Brent-Preis um etwa 4% und schloss bei etwa 97$ pro Barrel — der größte Tagesrückgang seit Ende Juni, doch für die Woche stiegen die Preise um mehr als 12%.
- Die Schifffahrt durch die Straße von Hormuz ist gestört, ein Teil der Exportströme aus dem Persischen Golf wurde umgeleitet.
- Angriffe der Houthis auf zwei saudische Tanker im Roten Meer eröffneten eine zweite Front logistischer Risiken und erhöhten die Frachtraten.
- Gold hält sich nahe historischer Höchstpreise (rund 4.100 Dollar pro Unze) und spiegelt eine starke Nachfrage nach sicheren Anlagen wider.
- Die Raffineriemarge für Diesel und Kerosin in Europa bleibt anormal hoch bei niedrigen Beständen.
Zentralbanken: Fed, Bank von Japan und Bank von Russland
Die Woche vom 27. bis 31. Juli wird eine Woche der Geldpolitik sein.
- Die Fed der USA trifft sich vom 28. bis 29. Juli. Der Zinssatz liegt im Bereich von 3,50-3,75%; neue Prognosen (dot plot) werden nicht veröffentlicht. Die Futures bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Beibehaltung des Zinssatzes auf etwa 64%, während die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 25 Basispunkte bei etwa 35% liegt. Das Hauptereignis wird die Pressekonferenz des Leiters der Regulierungsbehörde, Kevin Warsh, sein.
- Die Bank von Japan trifft sich am 30. und 31. Juli und veröffentlicht den quartalsweise Outlook Report. Nach der Zinserhöhung im Juni beträgt der Zinssatz 1,0%; der Konsens erwartet eine Pause, jedoch können Kommentare zur Inflation den Kurs des Yen stark beeinflussen.
- Die Bank von Russland senkte am 24. Juli den Leitzins um 25 Basispunkte auf 14,00% pro Jahr. Dies ist die zehnte Senkung in Folge und die fünfte im Jahr 2026. Die Regulierungsbehörde gab ein neutrales Signal und stellte fest, dass die Inflationserwartungen steigen und die Preise für Kraftstoffe sowie Obst- und Gemüseprodukte zunehmen, während die Inflation stabil im Bereich von 4-5% im Jahresvergleich bleibt.
Unternehmensberichte der Woche: USA und S&P 500
Der Kalender für die Berichtserstattung amerikanischer öffentlicher Unternehmen in der bevorstehenden Woche ist am dichtesten im Quartal:
- Mittwoch, 29. Juli: Microsoft, Meta Platforms, Qualcomm, Starbucks, Public Storage, Humana, Boston Scientific, Biogen, Cognizant.
- Donnerstag, 30. Juli: Amazon, Apple, Mastercard, Valero Energy, Regeneron, Exelon, Xcel Energy.
- Im Laufe der Woche: Procter & Gamble, General Dynamics, L3Harris, Johnson Controls, Amphenol, Garmin, Old Dominion Freight Line, Visa, Coca-Cola, PayPal.
Eine zentrale Frage für Investoren sind nicht die Einnahmen, sondern die Investitionsausgaben der Hyperscaler und die Dynamik der Cloud-Segmente Azure und AWS.
Europa: Euro Stoxx 50, FTSE 100 und Energie-Ungleichgewicht der Gewinne
Die europäische Berichtserstattung für das zweite Quartal zeigt ein Wachstum der Gesamterträge von etwa 17%, wobei dieser Anstieg fast ausschließlich durch den Energiesektor bedingt ist. TotalEnergies berichtete über einen bereinigten Nettogewinn von etwa 6 Milliarden Dollar (+67% y/y), Repsol erzielte 1,84 Milliarden Euro im Vergleich zu 598 Millionen Euro im Vorjahr. Für die Industrie, Fluggesellschaften und den Verbrauchersektor ist das gleiche Öl hingegen ein Kostenfaktor.
In dieser Woche berichten AstraZeneca und Vodafone (27. Juli), Barclays, GSK, Unilever (28. Juli), Airbus, Rio Tinto, Standard Chartered, Reckitt, Glencore (29. Juli), Shell, Lloyds, Rolls-Royce, BAE Systems, Anglo American, British American Tobacco, London Stock Exchange Group (30. Juli) sowie NatWest, IAG, ITV, Taylor Wimpey (31. Juli). Der Composite PMI Deutschlands kehrte im Juli in den Wachstumsbereich zurück (51,2), was die Perspektiven für die Eurozone leicht verbessert.
Asien: Nikkei 225, Yen und chinesische Nachfrage
Der japanische Markt hält sich in der Nähe historischer Höchststände, und der schwache Yen unterstützt weiterhin Exporteure: Einige Investmenthäuser haben ihre Prognosen für USD/JPY in Richtung einer weiteren Abwertung der japanischen Währung überarbeitet. Für die asiatischen Märkte werden das Urteil der Bank von Japan, die Daten zur Industrieproduktion und Inflation in Tokio sowie die Reaktion der chinesischen Metall- und Ölraffinerien auf die gestiegenen Rohstoffpreise entscheidend sein.
Russland: MosBirzha-Index nach Zinssenkung
Der russische Aktienmarkt hat zum ersten Mal seit fast zwanzig Wochen die Woche mit einem Anstieg beendet. Der MosBirzha-Index, der vor der Sitzung der Zentralbank unter 2100 Punkte gefallen war, hat seine Verluste nach der Zinssatzentscheidung wettgemacht. Zu den Gewinnern am Freitag gehörten „Russagro“ (+35,7% aufgrund von Unternehmensnachrichten), Mosbirja (+5,7%), MMK (+4,9%), „En+ Group“ (+4,2%) sowie „PhosAgro“, „Yandex“ und NLMK.
Der Kalender der Unternehmensereignisse an der MOEX:
- 27. Juli — „Nornickel“: Produktionszahlen für das erste Halbjahr 2026.
- 28. Juli — TGK-1 und „Alle Instrumente“: Betriebsergebnisse für 6 Monate.
- 29. Juli — „Acron“: Jahreshauptversammlung der Aktionäre zu Dividenden (235 RUB pro Aktie).
Aus bereits veröffentlichten Informationen: Der Nettogewinn von „Novatek“ nach IFRS für das Halbjahr sank auf 218,6 Milliarden RUB. Ein weiterer Faktor ist die Verlängerung der OFAC-Lizenz für Verhandlungen über den Verkauf internationaler Vermögenswerte von „Lukoil“ bis zum 22. August 2026.
Makrostatistik der Woche
- US-BIP für das zweite Quartal (erste Schätzung) — Donnerstag.
- Basis-PCE-Deflator für Juni — der wichtigste Inflationsindikator der Fed.
- Persönliche Einkommen und Ausgaben der Amerikaner, Anträge auf Arbeitslosenunterstützung.
- Verbrauchervertrauensindizes der USA und Geschäftsklimaindikatoren der Eurozone.
- Inflation in Tokio und Industrieproduktion in Japan.
Ergebnisse des Tages: Worauf der Investor achten sollte
- Investitionsausgaben sind wichtiger als Umsätze. Die Reaktion auf die Berichte von Alphabet und Tesla zeigte, dass der Markt bereit ist, aggressive Investitionen in KI zu bestrafen, selbst bei starken operativen Ergebnissen. Die Berichte von Microsoft, Meta, Amazon und Apple werden überprüfen, ob diese Investitionen in ein Wachstum des Cloud-Umsatzes umgewandelt werden.
- Doppelte Risiken durch Öl. Brent in der Nähe von 100 $ ist sowohl eine Unterstützung für öl- und gasfördernde Exporteure (einschließlich des russischen Marktes) als auch eine inflationsbedingte Belastung für Industrie, Transport und Verbraucher. Es ist wichtig zu bewerten, auf welcher Seite dieser Bilanz sich Ihr Portfolio befindet.
- Fed-Entscheidung ohne dot plot. Das Fehlen neuer Prognosen erhöht das Gewicht der Formulierungen der Erklärung und der Pressekonferenz. Das Szenario einer Zinserhöhung, das der Markt mit etwa einem Drittel bewertet, ist in den Kursen risikobehafteter Assets unterschätzt.
- Neue Zölle der USA. Die in Kraft getretenen Zölle im Bereich von 10–12,5% für die wichtigsten Handelspartner werden sich schrittweise in den Margen der Importeure und in den Inflationsstatistiken im Herbst niederschlagen.
- Russischer Markt: Der Lockerungszyklus setzt sich fort. Die Senkung des Leitzinses auf 14% verteuert die Finanzierung und erhöht die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu Einlagen, jedoch erfordert das neutrale Signal der Zentralbank und das steigende Inflationsniveau Vorsicht bei langfristigen OMF.
- Hausaufgaben fürs Wochenende. Überprüfen Sie die Diversifizierung nach Regionen und Sektoren, den Anteil an sicheren Anlagen und die Stop-Loss-Niveaus vor der Eröffnung des Handels am Montag — die Woche verspricht erhöhte Volatilität.