Neue Geldwäsche-Schema über „Fehlüberweisungen“ in Russland und der Welt

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Neue Geldwäsche-Schema über "Fehlüberweisungen" in Russland und der Welt
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Neue Geldwäsche-Schema über „Fehlüberweisungen“ in Russland und der Welt

Ausführliche Analyse des neuen Betrugsmodells mit „Fehlüberweisungen“, das wahllose Personen in unfreiwillige Drogen verwandelt. Mechanik des Schemas, Risiken für Investoren und internationale Praxis im Kampf gegen Geldwäsche.

In Russland verbreitet sich ein neues Betrugsmodell, bei dem „Fehlüberweisungen“ als Werkzeug zur Geldwäsche dienen. Eine anfangs banal erscheinende Überweisung auf Ihr Konto kann Teil einer groß angelegten finanziellen Machenschaft sein. Ein solcher „Geschenk“ hat bereits eine alleinerziehende Mutter aus Astrachan auf die Anklagebank in einem Betrugsfall gebracht.

Wie funktioniert das Schema der „Fehlüberweisung“

Der Mechanismus dieses Schemas ist einfach: Betrüger überweisen plötzlich einen kleinen Geldbetrag, oft mehrere Tausend Rubel, auf ein zufälliges Fremdkonto. Darauf folgt ein Anruf oder eine Nachricht: Ein Unbekannter mit einer rührseligen Geschichte bittet um Rücküberweisung des Geldes und behauptet, er hätte es versehentlich auf Ihr Konto überwiesen. Oft ist der Grund eine aufgeblasene oder rührende Legende (zum Beispiel, dass das Geld für einen kranken Verwandten gedacht war, der Sender jedoch die Kartennummer verwechselt hat). Wenn die Bürger die „fremden“ Mittel zurücküberweisen, werden sie ungewollt in eine Kette verdächtiger Transaktionen verwickelt.

  1. Schritt 1: Die auf illegalem Wege erlangten Geldmittel (häufig über Online-Casinos, Betrugsmodelle oder illegale Krypto-Börsen) teilen die Täter in kleine Beträge und überweisen sie auf Konten zufälliger Bürger.
  2. Schritt 2: Der Betrugsopfer erhält die Überweisung, fällt auf die erfundene Legende herein und sendet auf Anfrage des Betrügers das Geld auf die benötigten kriminellen Konten (nicht zurück auf das Ursprungs-Konto!).
  3. Schritt 3: Das Geld gelangt auf ein Konto, das unter Kontrolle der Täter steht, und wird nun als „sauberes“ Geld betrachtet. Es ist nun schwieriger, ihren Ursprung nachzuvollziehen, und die Person, die die Überweisung erhalten hat, wird de facto zum Komplizen bei der Geldwäsche.

Beispiel: Die „Fehlüberweisung“ von 40.000 und der Fall von 1,5 Millionen

Ein kürzlich in Astrachan gefallener Fall zeigt, wie gefährlich ein solches Schema ist. Eine alleinerziehende Mutter von mehreren Kindern erhielt 40.000 Rubel von einem unbekannten Absender auf ihre Karte. Kurz darauf erhielt sie einen Anruf: Ein Mann behauptete, er hätte das Geld versehentlich überwiesen, anstelle des Kontos der kranken Großmutter. Die Frau glaubte der Geschichte und überwies die 40.000 zurück auf die angegebenen Kontodaten. Kurz darauf sperrte die Bank ihr Konto, und die Polizei ließ sie zur Befragung kommen. Die auf den ersten Blick harmlose Situation stellte sich als Teil eines größeren Betrugsfalls heraus: Die 40.000 waren eine der Überweisungen in einer Kette von 1,5 Millionen Rubel. Nun wird sie als Beschuldigte in einem Betrugsfall angesehen und gilt als Komplizin einer kriminellen Gruppe. Eine solche Rolle kann sie bis zu sechs Jahre Gefängnis kosten.

Ziel der Betrüger: Legalisierung von „schmutzigem“ Geld

Warum sind die kriminellen Gruppen bereit, „Geld“ mit wahllosen Personen zu „teilen“? Die Tatsache ist, dass sie so den Anschein von legalen Transaktionen erwecken und eine pseudo-legale Verbindung zwischen dem Opfer und sich selbst herstellen. Die Rücküberweisung der „Fehlüberweisung“ dokumentiert den finanziellen Zusammenhang zwischen dem Empfänger und den Tätern. Diese pseudokürzlichen Operationen ermöglichen die Wäsche der illegal erworbenen Gelder, ohne Verdacht bei den Banküberwachungssystemen zu erregen. Zudem legt die auf den ersten Blick rechtlich unschuldig erscheinende Rücküberweisung den Grundstein für weitere Operationen. Egal wie komplex die Routen gestaltet werden, es ist unmöglich, auf Drittanbieter-Konten als Zwischenstufe zu verzichten.

Mitgefühl und Angst: Verknüpfung von Manipulationen

Das Schema der „Fehlüberweisung“ agiert nicht durch Cyberangriffe, sondern spielt vielmehr auf die menschlichen Gefühle an. In den meisten Fällen streben die Empfänger von Geldern danach, die fremden Mittel zurückzugeben, im tiefen Glauben an die vom Absender beschriebene Idee von „Gerechtigkeit“. Diese psychologische Eigenschaft nutzen die Betrüger aus. Wenn die rührende Bitte nicht wirkt, setzen sie ein anderes Szenario in Gang — sie nehmen die Rolle von Beamten an und behaupten, dass Ihre erhaltene Überweisung „illegale“ Gelder (z.B. zur Terrorfinanzierung) sind. Unter Androhung von strafrechtlichen Verfolgungen verlangen die falschen Beamten, dass eine erhebliche Summe auf ein „sicheres“ Konto überwiesen wird. Auf diese Weise kommen Einschüchterung und Erpressung ins Spiel, die die Bürger in Panik versetzen und sie zur Unterwerfung unter die Betrüger zwingen.

Rechtliche Risiken: Vom Kontosperrung bis zur strafrechtlichen Verfolgung

Selbst wenn das Opfer ohne bösen Willen gehandelt hat, können die Folgen verheerend sein. Das russische Recht betrachtet eine solche Mitwirkung als Beihilfe zu Betrug (Art. 159 StGB) oder Beteiligung an Geldwäsche (Art. 174 und 174.1). Es ist schwierig, einen direkten Vorsatz nachzuweisen, daher kommt das Konzept des indirekten Vorsatzes zur Anwendung: Eine Person „hätte das Geschehen vorhersehen müssen“. Zu den objektiven Anzeichen der Beihilfe zählen: die schnelle Überweisung der erhaltenen Gelder, das Unterlassen der Meldung des Verdachts an die Bank sowie das Löschen von Korrespondenz mit dem Antragsteller.

Neben dem strafrechtlichen Verfahren sind auch finanzielle Folgen möglich. Laut dem Gesetz 115-FZ muss die Bank jedes Konto sperren, bei dem sie das Schema der „Erhalt — sofortige Sendung“ bemerkt. Diese präventive Sperrung bedeutet, dass Sie unabhängig von weiteren Strafen möglicherweise für lange Zeit den Zugang zu Bankdienstleistungen verlieren.

Umfang des Problems: Zunahme von Fällen und typische Opfer

Bis zum Jahr 2025 gibt es bereits mehrere Hundert solcher Fälle. Die meisten Beschuldigten sind gewöhnliche Bürger: Rentner, Mütter in Elternzeit, Studenten, die „einfach Mitleid“ mit dem Antragsteller hatten. Jetzt stehen sie unter Verdacht, mit eingefrorenen Konten und der realen Perspektive einer Haftstrafe.

Wie sich schützen: Ratschläge von Banken und Juristen

Die Experten sind sich einig: Bei unerwarteten Geldeingängen auf ein Konto sollte man diese nicht direkt auf Anfrage des Anrufers zurücküberweisen. So sehr man dem irrtümlichen Absender helfen möchte, ist es besser, ihm zu raten, seine Bank zu kontaktieren, um die irrtümlich überwiesenen Gelder dort zurückzuholen. Und als Kontoinhaber sollte man bei Erhalt einer seltsamen Überweisung sofort seine eigene Bank kontaktieren. Die beste Option ist, die Filiale persönlich aufzusuchen und den Fall einer externen Überweisung unbekannter Herkunft schriftlich zu bestätigen. Wenn dies nicht möglich ist, sollten Sie den Kundendienst der Bank anrufen oder die Hotline kontaktieren, das Datum, den Betrag und den Absender der Überweisung nennen und den Fall dokumentieren. Dies schützt Sie vor dem Verdacht auf passiven Beihilfe an der Geldwäsche.

  • Überweisen Sie die erhaltenen Gelder nicht direkt an einen Unbekannten — Sie können nie sicher sein, ob deren Herkunft rechtmäßig ist.
  • Geben Sie unerwartete Einnahmen nicht aus, bis die Natur ihrer Herkunft geklärt ist.
  • Rufen Sie umgehend Ihre Bank an und dokumentieren Sie den Fall des Erhalts von Geld unbekannter Herkunft.
  • Im Falle von Druck oder Bedrohungen seitens des „Absenders“ — wenden Sie sich umgehend an die Polizei und reichen Sie Aufzeichnungen von Anrufen oder Textnachrichten ein.

Globale Perspektive: Geldmules und der Kampf gegen Geldwäsche

Modelle, in denen betroffene Bürger zu unfreiwilligen Komplizen werden, sind weltweit verbreitet. In der internationalen Praxis werden solche Vermittler als „Money Mules“ bezeichnet. Schätzungen europäischer Banken zufolge werden jährlich Hunderte Millionen Dollar über Mule-Netzwerke gewaschen. Das FBI, Europol und andere Behörden weltweit warnen: Sogar unbewusste Beteiligung an der Bewegung von illegalem Geld kann strafrechtliche Verfolgung und finanzielle Sanktionen nach sich ziehen. Für Investoren und alle Teilnehmer des Finanzmarktes ist dies ein Hinweis auf die Wichtigkeit strikter Einhaltung von AML-Verfahren und Wachsamkeit bei Geldüberweisungen. Neue Geldwäscheschemata in Russland erinnern erneut daran, dass es für jeden Teilnehmer des Finanzsystems wichtig ist, jeder unerwarteten Geldüberweisung mit erhöhter Vorsicht zu begegnen.


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