
Aktuelle weltweite Nachrichten aus dem Öl-, Gas- und Energiesektor am 24. Dezember 2025: Öl, Gas, Elektrizität, Erneuerbare Energien, Kohle, Raffinerie und wichtige Trends des globalen Energiemarktes.
An der diplomatischen Front dauern die Verhandlungen zur Beilegung des langwierigen Konflikts in Osteuropa ohne konkrete Ergebnisse an. Das strenge Sanktionsregime im Energiesektor bleibt unverändert.
Der globale Ölmarkt bleibt unter dem Druck eines Überangebots und einer schwachen Nachfrage. Die Preise der Referenzsorte Brent halten sich nahe der Marke von 60 USD pro Barrel – dem niedrigsten Niveau seit etwa 2021. Dies deutet auf ein Überangebot an Rohöl im Markt hin. Der europäische Gasmarkt zeigt relative Stabilität: Selbst zur Hochsommerzeit sind die Erdgasspeicher in der EU zu etwa 67 % gefüllt, was das Risiko einer Knappheit nahezu ausschließt. Stabile Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) und alternativen Pipelinegas halten die Preise auf einem moderaten Niveau, das deutlich unter den Höchstständen von 2022 liegt, was die Last für die Verbraucher verringert.
Mittlerweile gewinnt der globale Energiewandel an Tempo. In vielen Ländern werden neue Rekorde bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (EE) aufgestellt, obwohl traditionell Kohle- und Gaskraftwerke weiterhin eine wichtige Rolle für die Zuverlässigkeit der Energiesysteme spielen. Im Folgenden finden Sie einen detaillierten Überblick über die wichtigsten Nachrichten und Trends aus den Bereichen Öl, Gas, Elektrizität und Rohstoffe an diesem Datum.
Ölpreise und OPEC+-Strategie
Auf dem Ölmarkt bleibt der Druck auf die Preise nach unten bestehen: Brent wird bei etwa 60 USD pro Barrel gehandelt, während WTI bei etwa 55 USD liegt. Dies sind die niedrigsten Niveaus seit fast vier Jahren. Die Hauptgründe für diesen Preisrückgang sind:
- Anstieg des Angebots. Die Länder des OPEC+-Bündnisses haben die Produktion um Millionen von Barrel pro Tag gesteigert, was zu einem Überangebot an Rohöl und zusätzlichem Druck auf die Preise führt.
- Hoffnung auf Frieden. Fortschritte bei den Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts haben Erwartungen an eine Lockerung der Sanktionen und eine Rückkehr des russischen Öls auf den Markt geweckt, was ebenfalls Druck auf die Kurse ausübt.
- OPEC+-Politik. Nach monatelanger Produktionssteigerung beschlossen die Teilnehmer des Abkommens, das weitere Angebot im ersten Quartal 2026 auszusetzen, um eine Überproduktion zu vermeiden. Bei der Sitzung im Dezember einigte sich das Bündnis lediglich auf eine symbolische Erhöhung der Quoten (+137.000 Barrels/Tag). Die größten Exporteure signalisierten ihre Bereitschaft, die Produktion erneut zu reduzieren, sollten die Preise unter akzeptable Niveaus fallen.
Unter dem Einfluss dieser Faktoren bleibt der weltweite Ölmarkt im leichtem Überschuss. Selbst geopolitische Zwischenfälle und neue Einschränkungen führen nur zu kurzfristigen Preisschwankungen, ohne den allgemeinen Abwärtstrend zu verändern. Marktteilnehmer erwarten neue Signale – sowohl von diplomatischen Bemühungen als auch von den Handlungen der OPEC+ –, die in der Lage sind, das Risiko für die Ölpreise zu verändern.
Gasmarkt und LNG
Europa ist relativ zuversichtlich in die Wintersaison gestartet: Die Erdgasspeicher in der EU sind zu mehr als zwei Dritteln ihrer Kapazität gefüllt, was die Wahrscheinlichkeit einer Knappheit auch in Zeiten hohen Bedarfs erheblich verringert. Rekordlieferungen von LNG haben die Verluste von russischem Pipelinegas ausgeglichen. Infolgedessen haben sich die Gaspreise auf deutlich niedrigeren Niveaus als den Krisenhöchstständen von 2022 stabilisiert, was die Ausgaben der Verbraucher erheblich entlastet.
- Rekord-Import von LNG. Im Jahr 2025 hat Europa etwa 284 Milliarden Kubikmeter verflüssigtes Erdgas bezogen – ein historischer Höchststand. Hauptlieferant waren die USA (bis zu 60 % des Volumens).
- Ausstieg aus russischem Gas. Die Europäische Union plant, bis 2027 den Bezug von russischem Gas vollständig einzustellen. Bereits ab Anfang 2026 tritt ein Verbot für den Kauf von russischem LNG auf dem Spotmarkt in Kraft, was die EU-Länder zwingt, sich endgültig auf alternative Bezugsquellen umzustellen.
Global bleibt die Nachfrage nach Erdgas hauptsächlich dank der asiatischen Länder stabil. Gleichzeitig verstärkt sich der Wettbewerb unter den Exporteuren: Die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas investieren aktiv in neue LNG-Projekte in der Hoffnung, einen Marktanteil im wachsenden Markt zu ergattern. Gleichzeitig führt der Ausbau der Gasexporte aus den USA und Australien zu einem Überangebot, das die globalen Preise in moderaten Grenzen hält.
Erneuerbare Energien: Rekordwachstum
Das Jahr 2025 ist von einem beispiellosen Wachstum der „grünen“ Energie geprägt. Laut Branchenberichten stiegen die Kapazitäten neuer Solar- und Windkraftwerke im ersten Halbjahr 2025 um mehr als 60 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, und erstmals überstieg die Stromerzeugung aus EE die Erzeugung aus Kohlekraftwerken (auf Halbjahresbasis). Dennoch ist das rekordverdächtige Wachstum bisher nicht ausreichend, um die langfristigen Klimaziele zu erreichen – weitere Investitionen und die Modernisierung der Stromnetze sind erforderlich.
Kohle-Sektor: Nachfragehöhepunkt
Der globale Kohleverbrauch erreichte 2025 einen Rekordwert (insgesamt ein Wachstum von etwa 0,5 %). Es wird ein langanhaltendes Plateau des Verbrauchs erwartet, gefolgt von einem schrittweisen Rückgang bis 2030. Kohle bleibt die größte Quelle für Elektrizität, doch ihr Marktanteil beginnt aufgrund der Konkurrenz durch alternative Quellen zu schrumpfen.
Die regionale Nachfrageentwicklung für Kohle variiert. In China, dem größten Verbraucher (über 50 % des globalen Volumens), hat sich der Kohleverbrauch im Jahr 2025 stabilisiert; ein langsamer Rückgang wird bis zum Ende des Jahrzehnts erwartet, da EE-Kapazitäten in Betrieb genommen werden. In Indien hat ein Rekord an Wasserkraftproduktion erstmals seit vielen Jahren zu einem Rückgang des Kohleverbrauchs geführt, während in den USA ein leichter Anstieg des Einsatzes dieses Brennstoffs aufgrund teurerer Gaspreise und der Verlängerung des Betriebs von Kohlekraftwerken verzeichnet wurde.
Ölprodukte und Raffinerie: Hohe Margen
Gegen Ende 2025 zeigt der Markt für Ölprodukte hohe Rentabilität für die Raffinerien. Die globalen Raffineriemargen (sogenannte Crack-Spreads) sind auf Mehrjahreshöchststände gestiegen. Gründe hierfür sind die Sanktionen, die den Export von Ölprodukten aus Russland verringert haben; die Schließung mehrerer großer Raffinerien zur Wartung in Europa und den USA; sowie Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neuer Raffineriekapazitäten im Nahen Osten und Afrika. Besonders die Rentabilität des europäischen Marktes für Dieselkraftstoffe hat zugenommen: Die Raffinierungsmarge für Diesel in Europa hat das Niveau erreicht, das seit 2023 nicht mehr gesehen wurde.
In Reaktion darauf versuchen die Raffinerien, die günstige Marktnlage bestmöglich zu nutzen. Große Ölgesellschaften berichten von einem starken Anstieg der Gewinne im Raffineriebereich aufgrund hoher Benzin- und Dieselpreise. Schätzungen zufolge haben die europäischen Raffinerien in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Ölverarbeitung um mehrere Hunderttausend Barrel pro Tag gesteigert. Analysten warnen: Ohne die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten könnte es zu einem anhaltenden Mangel an Treibstoff kommen, und hohe Margen könnten auch 2026 anhalten.
Geopolitik und Sanktionen: Einfluss auf die Märkte
Geopolitische Faktoren haben weiterhin erheblichen Einfluss auf die globalen Rohstoffmärkte. Die Sanktionsbeschränkungen im Öl- und Gassektor bleiben strikt und werden konsequent eingehalten. Im Dezember haben die USA einen Öltanker vor der Küste Venezuelas abgefangen und den Druck auf die „Schattenflotte“, die iranisches Öl transportiert, erhöht. Trotz der Verbote erreichte der Export des Iran im Jahr 2025 ein Maximum der letzten Jahre, insbesondere durch Lieferungen nach Asien. Russische Öle und Ölprodukte werden vollständig auf alternative Märkte (China, Indien, Naher Osten) umgeleitet, jedoch verringern Preisobergrenzen und das EU-Embargo weiterhin die Einnahmen der Branche. Darüber hinaus wird die EU ab Anfang 2026 ein Verbot für den Import russischer LNG einführen, was das energetische Auseinanderdriften Europas von Russland faktisch abschließen wird.
Vor diesem Hintergrund berücksichtigen die Marktteilnehmer erhöhte politische Risiken und Preispremien. Jegliche Signale einer Lockerung der Sanktionen oder diplomatische Fortschritte wirken sich signifikant auf den Markt aus. Bislang passen sich die Unternehmen jedoch den neuen Bedingungen an – sie diversifizieren ihre Logistik und Vertriebskanäle.
Investitionen und Projekte: Ausblick
Trotz der Volatilität fließen weiterhin erhebliche Investitionen in den Energiesektor, sowohl in den traditionellen Öl- und Gassektor als auch in die „grüne“ Energie. Die Länder des Nahen Ostens erweitern die Förderung von Öl und Gas (zum Beispiel hat das Unternehmen ADNOC rund 11 Milliarden USD zur Steigerung der Erdgasproduktion aufgebracht), führende Exporteure wie Katar und die USA erhöhen ihre Kapazitäten zum LNG-Export. Gleichzeitig investieren globale Unternehmen in den Bau neuer Solar- und Windkraftwerke sowie in zukunftsträchtige Technologien, darunter Wasserstoffenergie und Energiespeichersysteme. Für 2026 wird eine Welle neuer Fusionen und Übernahmen sowie der Start großer Projekte sowohl im traditionellen Segment als auch im EE-Sektor erwartet.