
Startup- und Venture-Capital-News — Mittwoch, 18. Februar 2026: Mistral AI erwirbt Koyeb, Megarunden im AI-Bereich und beschleunigte Deals in der Robotik
Venture-Capital-Markt: Zwischenstand Mitte Februar
Mitte Februar 2026 steht der Venture-Capital-Markt im Zeichen der Kapital Konzentration: große Investitionen in AI und Robotik stehen neben vorsichtigerer Finanzierung im „klassischen“ B2B-Softwarebereich. Venture-Capital-Fonds sind nach wie vor aktiv, aber die Struktur der Nachfrage verändert sich: Investoren bevorzugen zunehmend Projekte mit nachweisbarer Unit-Ökonomie, Zugang zu Infrastruktur (Rechenleistung und Daten) und einem klaren Weg zu Liquidität durch M&A, dem Sekundärmarkt für Anteile oder IPOs.
- Trend der Woche: vertikale Integration in AI (Modelle + Cloud + Deployment) wird zum Wettbewerbsvorteil.
- Trend des Monats: Anstieg der Konsolidierung im Bereich Cybersicherheit und Infrastruktur-Software.
- Geografie: Die USA behalten die Führung bei der Anzahl der Transaktionen, Europa verstärkt den „sovereign“ AI-Ansatz, Asien nutzt die öffentlichen Märkte aktiver.
Schlüsselthema: Europäische AI stärkt die Infrastruktur durch M&A
Die Hauptnachricht dieser Ausgabe ist die Transaktion, bei der das europäische AI-Ökosystem auf Kontrolle über Infrastruktur setzt. Der Kauf des Cloud-Startups Koyeb durch Mistral AI spiegelt die Strategie des „Full Stacks“ wider: von der Entwicklung und dem Training von Modellen bis zur Bereitstellung von Anwendungen und dem Management von Rechenressourcen. Für Venture-Capital-Investoren ist dies ein Signal, dass der Wert sich auf Unternehmen verlagert, die „Engpässe“ in der AI-Kette schließen: Deployment, Kosteneffizienz der Rechenleistung, Sicherheit und Beobachtbarkeit (observability).
- Für Startups: Siegen werden die Teams, die nicht AI um der AI willen verkaufen, sondern eine Senkung der Kosten pro Dienst und der Zeit bis zum Wert für den Kunden.
- Für Fonds: Das Interesse an AI-Infrastruktur in Paris, London, Berlin, Stockholm und regionalen Rechenzentren nimmt zu.
- Für den Markt: M&A wird zu einem realen Ausstiegsmechanismus, insbesondere in Europa, wo das IPO-Fenster langsamer öffnet.
Megarunden in AI: Kapital konzentriert sich erneut
AI bleibt der größte Magnet für Venture-Capital: Auf dem Markt etabliert sich das Modell „einige Gewinner nehmen den Großteil des Geldes mit“. Megarunden befeuern das Rennen um die Qualität der Modelle, den Zugang zu Daten, Verträge mit Unternehmens-Kunden und Rechenkapazitäten. Dies erhöht die Einstiegshürde im Segment: Es wird für junge Unternehmen schwieriger, „in der Breite“ zu konkurrieren, weshalb sie häufiger in enge Vertikalen (Recht, Finanzen, Industrie, Gesundheitswesen) oder in den Infrastruktur-Bereich wechseln.
- Was sich in den Term Sheets ändert: mehr strukturierte Runden (Liquidationspräferenzen, Earn-outs, Milestone-Trigger), insbesondere für Unternehmen ohne stabile Umsätze.
- Was steigt: Die Nachfrage nach „agentic“-Produkten und Tools, die Arbeitsstunden sparen, statt einfach nur Inhalte zu generieren.
- Globaler Kontext: In den USA bilden Megaschecks einen neuen „Bewertungskorridor“, der sich allmählich auf Europa und den Nahen Osten überträgt.
Robotik: Vom Prototypen zum Einsatz in der Industrie
In der Robotik ist ein Wandel von Demonstrationen zu kommerziellen Implementierungen zu beobachten. Runden im Segment der Humanoiden und industriellen Automatisierung sind darauf zurückzuführen, dass Auftraggeber (Logistik, Automobilindustrie, Lagerinfrastruktur) bereit sind, für messbare Effekte zu zahlen — wie die Senkung der Ausschussquote, die Beschleunigung der Kommissionierung und die Arbeitssicherheit. Investoren ist es wichtig, zwischen „Roboter als Show“ und „Roboter als Produktionsaktiva“ zu unterscheiden, wobei die Schlüsselkennzahlen die Kosten für den Besitz, die Zuverlässigkeit und die Integrationsgeschwindigkeit in Prozesse sind.
- Anwendungsfokus: Fabriken und Lager in den USA (Texas, Kalifornien), sowie Pilotprojekte in Europa in den Lieferketten.
- Neue Kombination: Roboter + große Modelle (LLM/VLM) + lokale Navigation - senkt die Kosten für das Training und erweitert die Szenarien.
- Risiko: Kapitalintensive Produktion und lange Zertifizierungs-/Sicherheitszyklen.
Cybersicherheit: Nachfrage steigt, Konsolidierung beschleunigt sich
Cybersicherheit bleibt eines der „zahlungsfähigsten“ Segmente für Startups: Das Wachstum der Angriffe und die Verbreitung von AI-Tools erhöhen den Wert von Lösungen, die den gesamten Zyklus abdecken - von der Entdeckung von Verwundbarkeiten bis zur Behebung und Überwachung der Umsetzung. Gleichzeitig setzen große Akteure ihren aktiven M&A-Prozess fort, indem sie Teams und Produkte kaufen, um Plattform-Lücken schneller zu schließen. Auf dem Venture-Capital-Markt gewinnen Unternehmen, die nicht „noch einen Scanner“ verkaufen, sondern verwaltete Ergebnisse (Risikomanagement, Reaktionszeit, Compliance) .
- Finanzierung: Die Nachfrage nach Lösungen für Schwachstellen und deren Ausnutzung unterstützt Deals im Schwachstellenmanagement.
- M&A: Große Anbieter stärken ihre Plattformen durch den Kauf von Nischen-Startups (Identität, Haltung, Cloud-Sicherheit, Telemetrie).
- Investor:innenfilter: Vorhandensein von Enterprise-Verträgen, nachweisliche Reduzierung von Vorfällen und eine klare Exit-Strategie durch Strategen.
FinTech und Verbraucherplattformen: Liquiditätsfenster öffnet sich
FinTech zeigt zu Beginn des Jahres 2026 einen lebhafteren Markt für Transaktionen, und einige große Akteure kehren zum Thema IPO zurück. Für Venture-Capital-Fonds ist dies aus zwei Gründen wichtig: Erstens gibt es einen Orientierungspunkt für Multiplikatoren an den öffentlichen Märkten, und zweitens wird der Sekundärmarkt für Anteile in reifen Unternehmen gestärkt, in denen frühe Investoren teilweise ihre Renditen vor dem IPO realisieren können.
- Was den Sektor stützt: Monetarisierung durch Kommissionierungsmodelle und B2B-Produkte für Banken und Marktplätze.
- Geografie der Liquidität: Die USA bleiben der Hauptmarkt für Börsennotierungen von internationalen FinTechs; Asien bereitet Unternehmen aktiver auf die öffentlichen Märkte vor.
- Risiko: regulatorische Änderungen und Druck auf die Margen im Zahlungsverkehr und in der Kreditvergabe.
DefenseTech und europäische Finanzierung: Kapital strebt nach Sicherheit und Produktion
In Europa steigt das Interesse an Defense-Bereichen, unbemannten Systemen und verwandten Technologien mit doppeltem Verwendungszweck. Hier gibt es einen besonderen Treiber: In Projekte investieren nicht nur Venture-Capital-Fonds, sondern auch Entwicklungsbanken, institutionelle Akteure sowie staatliche Programme. Für Venture-Capital-Investoren schafft dies gemischte Finanzierungsmodelle (Eigenkapital + Fremdkapital), die eine Verwässerung der Anteile verringern, jedoch eine strengere Disziplin in Bezug auf Cash-Flow und Verträge erfordern.
- Transaktionsformat: Finanzierung in Paketen, bei denen ein Teil des Kapitals ein Darlehen für Produktionspläne ist.
- Cluster: Deutschland und Mitteleuropa stärken die Produktionsbasis; die Nachfrage steigt im Zuge des Wettbewerbs im Bereich unbemannter Systeme.
- Für Startups: Entscheidend sind Exportpotenzial, Lokalisierung der Produktion und Einhaltung von Compliance-Anforderungen.
Fonds und LP: Fokus auf Skalierbarkeit und „Architektur der Fonds“
Für den Venture-Capital-Bereich steht das Jahr 2026 nicht nur im Zeichen von Transaktionen, sondern auch von Fundraising. LPs ziehen zunehmend große Plattformen vor, die in verschiedenen Phasen investieren und Unternehmen bis zur Liquidität begleiten können. Das Closing großer Kapital-Pools wird zu einem Wettbewerbsvorteil der Fonds selbst: Sie ermöglichen es, das Portfolio in Follow-on-Runden zu unterstützen und an „Megadeals“ teilzunehmen, bei denen die Eintrittsbarrieren gestiegen sind. Gleichzeitig wird der Druck auf kleinere Manager erhöht: Sie müssen ihre Spezialisierung, den Zugang zu einzigartigem Dealflow und ihre Disziplin in der Bewertung unter Beweis stellen.
- Verschiebung in der Strategie: Mehr „Multi-Vehicle“-Modelle (Seed + Wachstum + Chancen), um die besten Assets flexibel zu unterstützen.
- Folge: Die Kapital Konzentration erhöht den Wettbewerb um Top-Teams, insbesondere in AI, Cybersicherheit und Robotik.
- Praxis: Die Rolle von Co-Investitionen und sekundären Transaktionen zur Risikosteuerung im Portfolio wächst.
Für Venture-Capital-Investoren und Fonds.
Das Bild am 18. Februar 2026 ist klar: Venture-Capital-Investitionen bleiben aktiv, aber der „Fehlerpreis“ ist gestiegen. Gewinnen werden diejenigen, die in der Lage sind, Unternehmen mit einem klaren Vorteil in Infrastruktur, Daten, Distribution und Produktökonomie auszuwählen. Im Folgenden findet sich eine praktische Checkliste für die Arbeit mit Dealflow in den kommenden Wochen.
- Überprüfen Sie Ihre Annahmen zu AI: Bewerten Sie separat „Modell“, „Infrastruktur“ und „vertikales Produkt“ — Multiplikatoren und Risiken sind unterschiedlich.
- Suchen Sie im Voraus nach M&A-Logiken: In Cybersicherheit und AI-Infrastruktur ist der Ausgang über Strategen oft realistischer als ein IPO.
- Überprüfen Sie die Unit-Ökonomie: CAC Payback, Bruttomarge, Kosten für Rechenleistung und Skalierbarkeit des Supports — zentrale KPI des Jahres 2026.
- Diversifizieren Sie geografisch: Die USA sind die Quelle für Megadeals, Europa für Infrastruktur und regulierungsgetriebenen Bedarf, Asien für Liquiditätspotenzial und Massenplattformen.
- Nutzen Sie den Sekundärmarkt: Teilweise Realisierung und Rebalancierung des Portfolios werden angesichts der Volatilität der öffentlichen Märkte zur Norm.
Das wichtigste praktische Signal: Der Markt hat sich nicht „geschlossen“ — er ist professioneller geworden. Die Gewinner sind Startups, die messbare Effekte verkaufen, und Fonds, die in der Lage sind, Unternehmen durch den langen Zyklus zur Liquidität zu begleiten.