Wirtschaftliche Ereignisse und Unternehmensberichte — Sonntag, 28. September 2025: Referendum in der Schweiz, Shutdown in den USA und Dividenden an der Moskauer Börse

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Wirtschaftliche Ereignisse und Unternehmensberichte — 28. September 2025
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Wirtschaftliche Ereignisse und Unternehmensberichte — Sonntag, 28. September 2025: Referendum in der Schweiz, Shutdown in den USA und Dividenden an der Moskauer Börse

Wichtige wirtschaftliche Ereignisse und Unternehmensberichte für Sonntag, den 28. September 2025: Referendum in der Schweiz, Shutdown-Gefahr in den USA, Gewinnwachstum chinesischer Unternehmen, Wiederaufnahme der Ölexporte aus dem Irak und Dividendenentscheidungen auf dem russischen Markt. 

Der letzte Sonntag im September verspricht einen relativ ruhigen Nachrichtenhorizont, jedoch gibt es für Anleger einiges zu beachten. Im Mittelpunkt stehen das Referendum in der Schweiz, das den lokalen Markt und den Kurs des Frankens beeinflussen könnte, sowie die bevorstehende Haushaltsschlussfrist in den USA, die einen „Shutdown“ zur Folge haben könnte. Darüber hinaus gibt es am Wochenende Signale aus China für eine mögliche Belebung der Industrie, während auf dem Rohstoffmarkt die Nachricht über steigende Öllieferungen bekannt wurde. Investoren aus den GUS-Staaten sollten auch die lokalen Unternehmensereignisse – Dividenden und Hauptversammlungen – bei der Bewertung der Aussichten für den Wochenbeginn berücksichtigen.


Politische Ereignisse

  • Schweiz – Referendum: Am 28. September stimmen die Schweizer über zwei Fragen ab: die Einführung eines staatlichen elektronischen Identitätssystems (e-ID) und eine spezielle Steuer auf Zweitwohnungen. Die Genehmigung der e-ID würde die Digitalisierung der Dienste beschleunigen, während die Immobiliensteuer den Wohnungsmarkt in den Ferienkantonen beeinflussen könnte. Die Abstimmungsergebnisse werden am Sonntagabend bekanntgegeben und könnten die Dynamik des Frankens und der Aktien Schweizer Unternehmen zu Beginn der Woche beeinflussen.
  • USA – Shutdown-Gefahr: Der US-Kongress hat bisher keinen Haushalt für das neue Finanzjahr (beginnt am 1. Oktober) verabschiedet. Ohne Kompromiss wird ab dem 1. Oktober die Regierungsarbeit eingestellt. Eine solche Situation erhöht historisch die Volatilität der US-Aktienindizes und belastet den Dollar aufgrund steigender Unsicherheit. Anleger weltweit verfolgen am Sonntag die Verhandlungen in Washington – Nachrichten über die Annahme einer vorübergehenden Finanzierung (continuing resolution) oder das Scheitern der Vereinbarungen werden die Stimmung vor der Markteröffnung am Montag beeinflussen.

Wirtschaftliche Ereignisse

  • China – Industrie-statistik: Laut Daten, die am Samstag veröffentlicht wurden, stieg der Gesamtgewinn großer Industrieunternehmen in China von Januar bis August 2025 um +0,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Erstmals seit langem zeigt der Indikator einen Anstieg, wobei der Gewinn im August um mehr als 20 % im Jahresvergleich wuchs. Dieser beeindruckende Anstieg signalisiert eine mögliche Stabilisierung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Positive Nachrichten aus China könnten die Stimmung an den asiatischen Märkten am Montag heben und Rohstoffe sowie Währungen von Schwellenländern stützen.
  • Öl – Wiederaufnahme der Exporte aus dem Irak: Nach einer 2,5-jährigen Pause wurden die Öllieferungen über die Pipeline aus dem Kurdistan (Nordirak) zum türkischen Hafen Ceyhan wieder aufgenommen. Zusätzliche 180.000 Barrel pro Tag kehren auf den Markt zurück, was das globale Angebot moderat erhöht. Für die Preise von Brent-Öl, die sich bei etwa 90 $ hielten, ist dies ein leichter dämpfender Faktor. Investoren auf den Rohstoffmärkten werden darauf achten, ob die Preise aufgrund dieser Nachricht nach unten korrigiert werden – dies könnte sich in den kommenden Tagen auf die Aktien von Öl- und Gasunternehmen auswirken.

Unternehmensberichte: internationale Märkte

  • Carnival Corp (CCL): Der größte Kreuzfahrtveranstalter wird die Finanzberichte für das Sommerquartal präsentieren (voraussichtlich am 29. September vor Handelsbeginn in New York). Im Fokus stehen das Umsatzwachstum und die Auslastung der Schiffe inmitten der touristischen Hochsaison sowie die Kommentare des Managements zu den Buchungen für die kommenden Monate und den Auswirkungen der Kraftstoffpreise. Ein starker Bericht von Carnival könnte die Aktien des Reise- und Transportsektors stützen, während schwache Ergebnisse die Bedenken hinsichtlich der Verbraucherausgaben verstärken würden.
  • Jefferies (JEF): Die Investmentbank und Handelsfirma wird über das Quartal berichten (Ergebnisse werden nach Marktschluss veröffentlicht). Jefferies berichtet traditionell als erstes unter den großen Finanzinstituten, weshalb es als früher Indikator für den Zustand von Wall Street dient. Anleger erwarten einen Anstieg der Provisionseinnahmen aus Investmentbanking-Dienstleistungen und Wertpapierhandel im Kontext einer lockeren Geldpolitik. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Kommentaren des Managements zur Kundenaktivität und dem M&A-Markt. Der Erfolg von Jefferies könnte den positiven Ton vor dem Start der Berichtsaison der Banken im Oktober setzen.

Unternehmensereignisse: Russland

  • „Yandex“ (Dividenden): Am Montag werden die Aktien von „Yandex“ ohne Dividende gehandelt – der 28. September ist der letzte Tag vor der Hauptversammlung. Technisch gesehen werden die Kurse zum Beginn der neuen Woche um die Höhe der genehmigten Auszahlung fallen, jedoch ist für Investoren das bloße Vorhandensein von Dividendenzahlungen ein positives Signal für die Reife und Stabilität des Geschäfts. Kurzfristig sind erhöhte Volatilität bei den „Yandex“-Papieren möglich, aber diese hat technischen Charakter.
  • „Gazprom Neft“ (ВОСА): Am 28. September werden die Aktionäre von „Gazprom Neft“ eine außerordentliche Hauptversammlung zur Genehmigung der Interim-Dividende für das erste Halbjahr 2025 abhalten. Es wird erwartet, dass das Unternehmen aufgrund starker finanzieller Ergebnisse eine großzügige Dividendenpolitik beibehält. Die Genehmigung einer großen Auszahlung wird den Aktien von „Gazprom Neft“ Unterstützung bieten und das Interesse von Dividendenanlegern anziehen. Sollte die Dividende unter den Erwartungen liegen, könnte dies die Stimmung kurzfristig dämpfen, jedoch bleiben die Papiere des Öl- und Gassektors in erster Linie von den Ölpreisen abhängig.
  • Weitere Emittenten: Da die meisten führenden russischen Unternehmen bereits zuvor über das erste Halbjahr berichtet haben, gibt es Ende September kaum neue Veröffentlichungen. Der lokale Aktienmarkt wird von externen Faktoren – der Ölpreisdynamik, dem Rubelkurs und der allgemeinen Risikobereitschaft auf den globalen Märkten – beeinflusst. Dividendenereignisse einzelner Unternehmen (wie „Yandex“ und „Gazprom Neft“) üben punktuelle Auswirkungen aus, ohne das Gesamtbild des Mosbor aus den Fugen zu heben.

Weitere Regionen und Indizes: Euro Stoxx 50, Nikkei 225, MOEX

  • Euro Stoxx 50 (Europa): In den Eurozonen wird am 28. September keine wichtigen statistischen Veröffentlichungen oder Unternehmensberichte erwartet, sodass die europäischen Märkte dem globalen Trend folgen werden. Die Ergebnisse des schweizerischen Referendums werden eher lokale Auswirkungen haben (vor allem auf den Finanzsektor und den Franken) und fließen nicht direkt in den Euro Stoxx 50 ein. Schlüsselorientierungen für Europa werden Neuigkeiten aus den USA (Haushaltskrise) und China sein. Darüber hinaus könnte eine mögliche Korrektur der Ölpreise Gewinnmitnahmen bei den europäischen Energieriesen auslösen, während der Optimismus über die chinesische Wirtschaft die Industrie- und Rohstoffunternehmen unterstützt.
  • Nikkei 225 (Japan): Der japanische Markt geht in die neue Woche bei relativ stabilen makroökonomischen Bedingungen. Die Inflation in Tokio betrug im September etwa 2,5 %, was die vorsichtige Politik der Bank von Japan bestätigt und die lockeren finanziellen Bedingungen aufrechterhält – ein Faktor, der für Aktien günstig ist. In Ermangelung interner Ereignisse wird sich der Nikkei 225 am externen Umfeld orientieren: Eine Verbesserung der Stimmung an der Wall Street und positive Signale aus China könnten den Index nach oben treiben. Der Yen bleibt jedoch entscheidend: Sollte der Yen bei globalem Nachfragen nach Sicherheit an Stärke gewinnen, könnte dies das Wachstum japanischer Exporteure bremsen und das Rallen des Nikkei verlangsamen.
  • MOEX (Russland): Der Index der Moskauer Börse schloss die Woche bei etwa 2700 Punkten und bemühte sich um Stabilität nach einem kürzlichen Rückgang. Ohne neue interne Impulse wird seine Trajektorie von externen Faktoren – Ölpreisen, Rubelkurs und globalem Risikoappetit – abhängen. Ein moderater Rückgang der Ölpreise begrenzt das Wachstumspotenzial der russischen Aktien, jedoch tragen die Stabilität des Rubels und das Fehlen neuer Schocks dazu bei, ein tieferes Fallen zu verhindern. Dividenden-Geschichten einzelner Unternehmen ziehen die Aufmerksamkeit privater Investoren an, jedoch wird der Markt insgesamt wahrscheinlich die Konsolidierung aufrechterhalten, in Erwartung bedeutenderer Beweggründe für eine Entwicklung.

Tagesschlussfolgerung: Worauf Anleger achten sollten

  • Schweizer Referendum: Die Abstimmungsergebnisse werden am Sonntagabend bekannt gegeben. Ein positives Ergebnis (Unterstützung der e-ID und der Steuerinitiativen) würde die Richtlinien der Schweizer Regierung bestätigen und kaum die Märkte erschüttern – möglicherweise ein moderates Erstarken des CHF und einen Anstieg der Aktien einzelner Schweizer Unternehmen. Eine unerwartete Ablehnung der Wähler könnte jedoch kurzfristige Turbulenzen verursachen: ein Rückgang des Frankens und Verkaufsdruck in den betroffenen Sektoren. Für ausländische Investoren ist es wichtig zu bewerten, ob sich diese Volatilität auf benachbarte Märkte in der EU ausbreitet.
  • Situation in den USA: Bis Montag wird klar sein, ob ein Shutdown vermieden werden konnte. Wenn ja, ist ein kleines Erleichterungsrauschen an den Aktienmärkten sowie eine Stärkung des Dollars zu erwarten, da der Unsicherheitsfaktor wegfällt. Sollte jedoch die Haushaltskrise in eine akute Phase eintreten, ist wahrscheinlich ein Wechsel zu sicheren Anlagen: Die Nachfrage nach Staatsanleihen und Gold wird steigen, während Aktien unter Druck geraten könnten. Achten Sie in der Nacht von Sonntag auf Montag auf Nachrichten aus Washington.
  • Öl und Rubel: Das zusätzliche Angebot an Öl aus dem Irak ist ein Faktor für einen leichten Rückgang der Preise, es sei denn, es gibt andere Nachrichten. Für russische Investoren bleiben die Dynamik von Brent und die Regulierung der Kraftstoffexportsituation auf dem heimischen Markt im Mittelpunkt: Die Preise für Energiequellen beeinflussen sowohl das Budget als auch den Rubelkurs. Ein Rückgang der Ölpreise zusammen mit dem Ende der Steuerperiode könnte zu einer leichten Abwertung des Rubels zu Beginn der Woche führen.
  • China-Faktor: Das unerwartete Gewinnwachstum von Unternehmen in der VR China ist eine seltene positive Überraschung, die die globalen Prognosen verbessern könnte. Eine wahrscheinliche Zunahme des Interesses an den Aktien von Rohstoff- und Industrieunternehmen, die mit China verbunden sind, ist zu erwarten. Allerdings steht die Veröffentlichung der PMI-Indizes für China (am Dienstag) bevor, weshalb ein Teil der Investoren eine abwartende Position einnehmen könnte, bis der Trend bestätigt ist. Insgesamt bleibt die Stabilität der chinesischen Wirtschaft ein Schlüsselfaktor für die Stimmung auf den EM-Märkten.
  • Unternehmenssignale: Obwohl der Tag relativ ruhig ist, sollten Anleger auf den Bericht von Carnival achten – er wird den Zustand der Reisednachfrage zeigen, was den gesamten Reisesektor (Fluggesellschaften, Hotels) beeinflussen wird. Auch für Anleger an der MOEX ist es wichtig, den technischen Rückgang der Aktien von „Yandex“ aufgrund der Dividendenabschneidung zu berücksichtigen – diesen einmaligen Effekt nicht mit fundamentaler Schwäche zu verwechseln. Die Entscheidung von „Gazprom Neft“ bezüglich der Dividenden wird den Ton im Öl- und Gassektor angeben: je höher die Dividende, desto stärker die Unterstützung für den Sektor. In Ermangelung anderer größerer Ereignisse werden die Märkte sich auf diese individuellen Signale und den allgemeinen Makrohorizont konzentrieren.
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